Autismus: Praxisnahe Fortbildung im Schulkreis Kirchspiel

Strukturen für den Alltag

Draussen herrschte Schneefall, drinnen regte sich lebhafte Kollegialität. Am 18. Februar 2026 trafen sich rund 130 Lehrpersonen und Schulmitarbeitende in Kleindöttingen, um sich in einer kompakten Weiterbildung dem Thema Autismus zu widmen. Wissenschaftlich fundierte Inputs wurden hier mit alltagsnahen, leicht integrierbaren Ideen verknüpft — ein Nachmittag, der Mut machte, Strukturen im Schulalltag gezielt weiterzuentwickeln.

Als fachlicher Input diente der TEACCH‑Ansatz (Structured Teaching) als roter Faden: Raum‑ und Zeitstruktur, klare Arbeitsplätze und visuelle Instruktionen waren zentrale Punkte. An konkreten Beispielen wurde gezeigt, wie einfache Hilfsmittel — etwa strukturierte Tagespläne, „Zuerst–Dann“‑Karten oder reduzierte Schrittfolgen — Orientierung schaffen und Überforderung reduzieren. Wichtig war dabei stets: Strukturen sollen nicht starr machen, sondern Sicherheit geben und Raum für individuelle Anpassungen lassen.

Das Herzstück der Veranstaltung bildeten fallorientierte Arbeitsgruppen. In gemischten Teams diskutierten Lehrpersonen typische Alltagssituationen, testeten Lösungen und entwickelten praxistaugliche Umsetzungsideen — zum Beispiel für klarere Pausenabläufe, ruhige Rückzugsorte oder übersichtliche Arbeitsstationen. Viele Teilnehmende schätzten, dass die Vorschläge direkt ausprobierbar sind und bei Bedarf agil angepasst werden können.

Kernaussagen für die Praxis

  • Vorhersehbarkeit schafft Ruhe: Routinen und visuelle Pläne helfen Kindern, den Tag besser zu überblicken.
  • Strukturieren, aber nicht einschränken: Ein klarer Rahmen mit Spielraum für individuelle Bedürfnisse ist zielführend.
  • Weniger ist oft mehr: Reduzierte, visuelle Anweisungen erleichtern das Verstehen.
  • Auf die Person schauen: Stärken, Interessen und sensorische Profile sollten die Anpassung von Maßnahmen leiten.
  • Im Team gedacht: Regelmässige Fallbesprechungen mit Schulleitung und externen Fachstellen erhöhen die Wirksamkeit.
  • Klassenkultur pflegen: Sensibilisierung und altersgerechte Erklärungen verhindern Ausgrenzung und fördern Inklusion.

Stimmen aus der Gruppe «Praktische Vorlagen, die schnell einsatzbereit sind» und «Der Austausch mit Kolleginnen und Kollegen hat neue, einfache Wege aufgezeigt» — so lauteten typische Rückmeldungen. Viele Teilnehmende betonten, wie wertvoll die Kombination aus Forschung und Praxis war.

Die Schulen des Schulkreises wollen die erarbeiteten Massnahmen schrittweise umsetzen und deren Wirkung im Team beobachten. Unterstützende Beratung durch Fachstellen bleibt Teil des Plans, damit Anpassungen fundiert und nachhaltig gelingen.

Dank der tadellosen Organisation konnte sich die Teilnehmenden ganz aufs Wesentliche konzentrieren — lernen und austauschen. Kulinarisch wurde an alles gedacht: Mineral, Kaffee, frisches Obst, Kuchen, Schöggeli und Kaubonbons machten die Pausen zu kleinen Stärkungsinseln und förderten lebhafte Gespräche.


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